Ausgehend von Erkenntnissen der Physik, dass alles Rhythmus und Schwingung ist, begann Illi Anfang der 1990iger Jahre, seine Kunst in Bewegung zu setzen. Luft wurde sein zentrales skulpturales Material. Seither entstehen kinetisch-akustische Arbeiten zum Thema „Atem“, seine Installationen lassen den Raum atmen. Neben klanglichen Aspekten legen das zusammenhängende System und die Gemeinsamkeit des Atems soziale Gedanken nahe, lassen aber auch die eigene Atmung bewusst werden. Mit dem Gedanken an den ersten und letzten Atemzug ist Existentielles gegenwärtig.

Im Projekt „Pflanzenatem“ arbeitet Illi seit 1999 mit Bettina Bürkle zusammen. Die aus Ballonstoff genähten übergroßen organischen Formen bewegen sich in langsamen Rhythmen und Zyklen. Aus dem ruhigen Fliesen von Farben und Formen entsteht die Poesie des kinetischen Skulpturenfeldes. Form und Raum ergänzen sich symbiotisch. Außen- und Innenraum, Hülle und Luftstrom bilden ein organisches Kontinuum des Atemgebens und Atemnehmens.

Daneben entstehen „Katharsismaschinen“, die sich zumeist fegend nützlich machen. Es bleibt dem Betrachter überlassen, ob er darin eine emanzipatorische und enthüllende oder eine verdrängende und vertuschende Aktivität erkennt. Bei seinen „Agnosie“- Arbeiten tasten Blindenstöcke den Raum ab. Illi beschäftigt die freiwillige Blindheit der Sehenden, die Prozesse des Erblindens. Er betreibt mit seinen Katharsismaschinen und Agnosiearbeiten eine archäologische Spurensuche und legt meist ironisch pathologische Mechanismen frei.

Darüberhinaus entstehen Maschinen, die um einen Zeit- und Arbeitsdiskurs zu verorten sind, etwa Zeichenmaschinen, disfunktionale Uhren ("Ultima Latet"), Hamsterräder oder eine Sisyphosmaschine.