BEFREIUNG

Weiße Flagge zeigen

 

Das Projekt bezieht sich auf den bevorstehenden 75sten Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus.

Das allgemein bekannte Datum und deutschlandweite Gedenktag ist der 8. Mai 2020.

In Ostfildern-Kemnat war jedoch bereits der 21. April 1945 der Tag der Befreiung.

 

LIBERATION

Show the white flag

 

The project refers to the upcoming 75th anniversary of the liberation from National Socialism. 

The generally known date and Germany-wide commemoration day is May 8, 2020.

In Ostfildern-Kemnat, however, 21 April 1945 was already the day of liberation. 

Ab dem 21. April 2020 sollen am Ortseingang Kemnats (vom Körschtal her) weiße Flaggen an den Lichtmasten gehisst werden. Unten in Augenhöhe soll die Aktion auf A4-Blättern erklärt werden.

Von hier marschierten die französischen Truppen in Kemnat ein, begleitet von den in Kemnat tätigen französischen Zwangsarbeitern.

 

From April 21, 2020, white flags will be hoisted on the light poles at the entrance to Kemnat (from the Körsch valley). Below at eye level the action is to be explained on A4 sheets of paper.

From here the French troops marched into Kemnat, accompanied by the French forced labourers working in Kemnat.

Blick vom südlichen Ortseingang Kemnats auf die andere Körschtalseite. Dort fuhren die Panzer und sonstigen französischen Militärfahrzeuge am Vortag der Befreiung, am 20.4.1945 bereits auf und ab, angstvoll beobachtet von der Kemnater Bevölkerung. Es war Hitlers Geburtstag und herrliches Sonnenwetter - und leider waren damals keine weißen Fahnen gehisst!

Jedoch: die vom Volkssturm errichtete Panzersperre aus kreuz und quer übereinander gestapelten Baumstämmen wurde von der Kemnater Bevölkerung, darunter vielen Frauen, hier glücklicherweise vor Ankunft der französischen Truppen entfernt. 

Hier die erste für Testzwecke angebrachte Fahne mit Besenstiel als Fahnenstange. Am 21.4.2020 werden alle acht Lichtmasten am Kemnater Ortseingang mit der Fahne der Befreiung beflaggt sein.

 

View from the southern entrance of Kemnat to the other side of the Körsch valley. There the tanks and other French military vehicles drove up and down on the day before the liberation, on 20.4.1945 already, anxiously observed by the population of Kemnat. It was Hitler's birthday and wonderful sunny weather - and unfortunately no white flags were raised at that time!

However: the tank barricade built by the Volkssturm from tree trunks stacked criss-cross on top of each other was fortunately removed by the people of Kemnat, including many women, before the arrival of the French troops. 

Here is the first flag with a broomstick as flagpole, which was mounted for testing purposes. On 21.4.2020, all eight light poles at the entrance to Kemnat will be decorated with the flag of liberation.

Auf dieser Verkehrsinsel an der Buswendeschleife bzw. Endhaltestelle des Busses 131 soll am 21.4.2020 ab 19:00 Uhr gemeinsam ein Baumstamm durchgesägt werden, symbolisch an die damalige Beseitigung der Panzersperre erinnernd.

Durch Corona wird diese Aktion leider verunmöglicht, also kann es leider nur zum Ablegen von Baumstämmen auf der Verkehrsinsel mit symbolischen Verweis auf die historische Panzersperre kommen.

 

On this traffic island at the bus turning loop or terminal stop of bus 131, a tree trunk is to be sawn through together on 21.4.2020 from 19:00 hrs, symbolically commemorating the removal of the tank barrier at that time.

This action is made impossible by Corona, so unfortunately it can only come to the laying of tree trunks on the traffic island with symbolic reference to the historical tank trap. 

Die Kemnater Zwangsarbeiter spielten eine außerordentlich positive Rolle bei der Befreiung Kemnats.

Es gab im Kemnat elf französische Zwangsarbeiter, Foto 1942. Sie waren in einem Lager in der Rosenstraße untergebracht und halfen Kemnater Bauern und Handwerkern.

Wir haben mit Hilfe der intensiven Recherchen von Jan de Mik (jun) aus Holland sowie der Zeitzeugin Amale Brodbeck bisher vier Personen identifiziert.

 

André Busser * 11.12.1918, 1. v.r. / 1st f.r

Leon Gaillard * 13.4.1909 - 19.12.1982 , 4. v.r. / 4th f.r.

Joseph Gliva * 2.7.1913, 1. v.l. / 1st f.l.

Henry Hericher * 14.10.1915

Daniel Hardon * 30.9.1901

Jean Camille Holland * 7.3.1907

Emile Jalby * 9.1.1909 – 8.9.1973, 3. v.r. / 3rd f.r.

Henry Maillot * 23.6.1907

Ernest Mongin *09.01.1909 

Louis Noirot * 20.09.1906

Roland Pate * 25.9.1912

 

 

Kemnat's forced labourers played an extraordinarily positive role in the liberation of Kemnat.

There were eleven French forced laborers in Kemnat, photo 1942, who were housed in a camp in Rosenstrasse and helped farmers and craftsmen in Kemnat.

With the help of intensive research by Jan de Mik (jun) from Holland and the contemporary witness Amale Brodbeck, we have so far identified four people.

 

Bei Rolf Bidlingmaier ("Kemnat in der Zeit des Nationalsozialismus", 2000) ist zu lesen, dass die Zwangsarbeiter die ersten französischen Panzer vom Ortseingang (aus Richtung Körschtal) bis zum Rathaus begleiteten. Laut Zeuge Eberhard Figel sind sie den französischen Truppen möglicherweise mit weißen Fahnen entgegengegangen.

In den Folgetagen der Hausdurchsuchungen und vereinzelten Plünderungen spielten sie eine ausgesprochen mäßigende Rolle und konnten teilweise die entwendeten oder konfiszierten Waren ihren deutschen Besitzern zurückgeben.

 

In Rolf Bidlingmaier ('Kemnat in the time of National Socialism', 2000) can be read that the forced labourers accompanied the first French tanks from the entrance of the village (from the direction of Körschtal) to the town hall. According to witness Eberhard Figel, they may have approached the French troops with white flags.

In the days of house searches and occasional looting following the liberation, they played a decidedly moderating role and were able to return some of the stolen or confiscated goods to their German owners.

sitzend 1. v.l.: Emile Jalby       (sitting 1st f.l.)

stehend 1. v.l.: André Busser  (standing 1st f.l.)

sitzend Mitte: Leon Gaillard    (sitting centre)

stehend 3. v.r.: Joseph Gliva   (standing 3rd f.r.)

Im Nachbardorf Ruit dagegen ist die Befreiung völlig anders und verbunden mit mehreren tragischen letzten Todesopfern abgelaufen, weil die Fanatiker Oberhand behielten und die Panzersperren nicht vor dem Eintreffen der französischen Truppen entfernt worden waren.

 

Elf Tage vor der Befreiung,  am 10. April 1945, wurde der Löwenwirt Albert Fritz (geb. 14.12.1892) vom Ortsgruppenleiter erschossen, weil er angeblich "Feindsender" gehört hatte.

Sein Grabstein mit der kaum mehr lesbaren Inschrift „Opfer des Nationalsozialismus“, wurde nun vom Künstler Uli Gsell restauriert.

 

Es wird zu einem "Gedenkspaziergang" im Laufe des 10.4.2020 auf den Soldatenteil des Friedhofs in Ostfildern-Ruit  aufgerufen. Die Bürger können (virusbedingt) individuell zur Erinnerung und Mahnung Blumen niederlegen und auch der anderen drei zivilen Opfer gedenken, deren Gräber im direkten Umkreis liegen. Weitere Informationen vor Ort, auch über das kaum 200m entfernte Gebäude des ehemaligen Gasthauses „Löwen“, wo man den individuellen Spaziergang abschließen kann.

In the neighbouring village of Ruit, on the other hand, the liberation was completely different and involved several tragic final deaths, because the fanatics got the upper hand and the tank traps had not been removed before the arrival of the French troops.

Eleven days before the liberation, on April 10 1945, Albert Fritz (born December 14, 1892), the innkeeper of the "Lion", was shot dead by the local nazi leader because he had allegedly heard "enemy broadcast".

His gravestone with the hardly legible inscription "Victim of National Socialism" has now been restored by the artist Uli Gsell.

 

It is called for a "commemorative walk" in the course of April 10 2020 to the soldiers section of the cemetery in Ostfildern-Ruit. The citizens can (due to the virus) individually lay down flowers as a reminder and also commemorate the other three civilian victims whose graves lie in the immediate vicinity. Further information on the spot, also about the building of the former inn "Löwen", hardly 200m away, where the individual walk can be finished.

 

 

 

Der vom Künstlerkollegen Uli Gsell restaurierte Grabstein.

The gravestone restored by artist colleague Uli Gsell.

Privat beflaggtes Haus, aber es geht natürlich auch improvisierter, mit weißem Leintuch oder Handtuch, das man zum Fenster hinaus oder über das Balkongeländer hängen kann.

Aufgerufen ist die Bevölkerung Ostfilderns, beginnend mit dem 21. April 2020 bis zum 8. Mai zu beflaggen.

Auch die Kirchen der Stadtteile werden Teil dieser Aktion sein.

Vielleicht kann die privat gehisste weiße Fahne gerade in der vereinsamenden Corona-Zeit zum Zeichen von Solidarität und Empathie mutieren. 

Siehe auch Video auf Youtube

 

Privately flagged house, but of course one can also improvise, with a white sheet or towel that can be hanged outside the window or over the balcony railing.

The population of Ostfildern is called upon to start flagging from 21 April 2020 until 8 May.

The churches of the city districts will also be part of this campaign.

Perhaps the privately hoisted white flag can mutate into a sign of solidarity and empathy, especially in the lonely Corona time. 

So könnte es idealerweise aussehen bei der privaten Beflaggung ab 21.4.2020.

Das historische Foto stammt aus Berlin in den letzten Kriegstagen - mit weißen Tüchern signalisierten die Berliner die Kapitulation 1945. 

(Der Inhaber des Urheberrechts ist trotz intensiver Recherche unbekannt. Falls sich der Urheber findet, sind wir natürlich gern bereit, die entsprechenden Urheberrechtsgebühren zu entrichten. Bitte melden Sie sich bei uns).

 

This is how it could ideally look for private flagging from April 21, 2020.

The historical photo was taken in Berlin during the last days of the war - with white scarves the Berliners signalled the capitulation in 1945. 

(The copyright owner is unknown despite intensive research. If the author can be found, we are of course willing to pay the appropriate copyright fees. Please get in touch with us).

Früherer Engel als Wetterfahne auf der Spitze des alten Kemnater Kirchturms. Der Engel weist Einschußlöcher der deutschen Flak auf. Er befindet sich heute im Evangelischen Gemeindehaus hinter der Kemnater Kirche.

Dort war am 8. Mai 2020 ein Zeitzeugengespräch geplant, das die Veranstaltungen zum 75sten Jahrestag des Kriegsendes abschließen sollte. Die Veranstaltung muß coronabedingt verschoben werden.

Und:

Wir denken auch weiter, z.B. an Tübingen:

 

Former angel as a weather vane on the top of the old Kemnat church tower. The angel shows bullet holes of the German Flak. Today it is located in the Protestant parish hall behind the Kemnat church.

 

 

There, on 8 May 2020, a meeting of contemporary witnesses was planned to conclude the events marking the 75th anniversary of the end of the war. The event has to be postponed due to corona.

And:

We're also thinking ahead, for example to Tübingen:

Im Rahmen eines "Geschichtspfades Ostfildern" könnte in der Nähe der Buswendeschleife am Ortsausgang Kemnats eine Tafel entstehen, die an diese Ereignisse und an die positive Rolle, die die französischen Zwangsarbeiter bei der Einnahme von Kemnat gespielt haben, erinnern.

Vorbild ist der Geschichtspfad Tübingen, siehe Foto oben und unten.

Bild oben: Stele 6 am Schloß Hohentübingen.

Bild unten: die 16 Standorte von Geschichtspfadstelen in Tübingen, einem Flyer entnommen.

Siehe auch / See also http://www.geschichtswerkstatt-tuebingen.de/geschichtspfad-zum-nationalsozialismus

 

As part of a "Ostfildern History Trail", a plaque could be erected near the bus turning loop at the end of Kemnat, commemorating these events and the positive role played by French forced labourers in the capture of Kemnat.

The model is the Tübingen History Trail, see photo above and below.

Picture above: Stele 6 at Hohentübingen Castle.

Picture below: the 16 locations of History Trail stelae in Tübingen, taken from a flyer.

Zukünftige Stationen eines Ostfilderner Geschichtspfades mit Erinnerungs- und Infotafeln könnten folgende Orte sein:

1. An der Bus-Endhaltestelle am südlichen Ortseingang Kemnats könnte der friedlichen Befreiung des Ortes gedacht werden.

Den französischen Zwangsarbeitern resp. Kriegsgefangenen könnte an diesem Ort gedacht werden, ebenso der Beseitigung der vom Volkssturm errichteten Panzersperre vor Eintreffen der franz. Truppen (siehe Foto der Buswendeschleife weiter oben).

Future stops on an Ostfildern history trail with memorial and information boards could be the following locations:

1. At the bus terminus at the southern entrance to Kemnat the peaceful liberation of the village could be commemorated.

The French forced labourers or prisoners of war could be remembered at this place, as well as the removal of the tank barrier built by the Volkssturm before the arrival of the French army. Troops (see photo of the bus turning loop above).

2. Ort des Barackenlagers der französischen Kriegsgefangenen in der Rosenstr. 29 in Kemnat.

Hier übernachteten die französischen Zwangsarbeiter gemeinsam. Die beiden obigen Gruppenfotos der elf Franzosen könnten hier entstanden sein. Die Zusammenarbeit und das Zusammenleben mit ihren "Arbeitgebern", diese ganz überwiegende "Menschlichkeit" ist ein Lichtblick in der düstern Zeit des 3. Reiches. 

2. Location of the barracks camp of the French prisoners of war at Rosenstr. 29 in Kemnat

Here the French forced laborers spent the night together. The two above group photos of the eleven Frenchmen could have been taken here. The cooperation and living together with their "employers", this quite predominant "humanity" is a ray of hope in the gloomy time of the 3rd Reich.

3. In Ruit könnte an die denkwürdige Erschießung des Löwenwirts Albert Fritz durch den Ortsgruppenleiter Theodor Fritz wegen Hörens des „Feindsenders“ BBC 11 Tage vor der Befreiung, am 10. April 1945 erinnert werden. Das Haus des früheren Gasthof Löwen steht noch und befindet sich in Ruit in der Kirchheimer Str. 43.

(Zum Grab von Albert Fritz siehe Bilder weiter oben)

3. In Ruit, the memorable shooting of the innkeeper of the "Lion", Albert Fritz by the local group leader Theodor Fritz for listening to the "enemy broadcaster" BBC 11 days before the liberation, on 10 April 1945, could be remembered. The house of the former "Löwen" inn is still standing and is located in Ruit at Kirchheimer Str. 43.

(For the grave of Albert Fritz see pictures further above)

Ein Plexibriefkasten ist am früheren "Löwen" bzw. an der Bushaltestelle angebracht. Die Postkarte zur kostenlosen Entnahme dient als Information zu den historischen Vorkommnisse 11 Tage vor der Befreiung am 10.4.1945.

A plexiglass mailbox is placed at the bus stop next to the former 'Lion'. The postcard to be taken for free serves as information about the historical events 11 days before the liberation on 10.4.1945.

Albert Fritz in Uniform des 1. Weltkriegs (Infanterie).

Er ist bei Arras und Verdun zweimal verschüttet worden und mit Anfällen und einem kranken Bein, das er hinterherzog, zurückgekommen.

Ab 1926 Löwenwirt. Während des Krieges war der holländische Zwangsarbeiter Hendrik Hamerslag dort untergebracht.

Albert Fritz in uniform of the 1st World War (infantry).

He was buried twice at Arras and Verdun and came back with seizures and a sick leg, which he dragged behind him.

From 1926 on innkeeper of the "Löwen". During the war Dutch forced labourer Hendrik Hamerslag was accommodated there.

4. Möglichkeit einer weiteren Tafel:

In Ruit könnte an die Erschießung von drei Bürgern durch die einmarschierenden französischen Truppen erinnert werden. Die französischen Truppen waren am Spätnachmittag des 20.4. in Ruit auf eine Panzersperre im Zentrum Ruits gestoßen. Weil Widerstand beim Einmarsch zu befürchten war, wollte das Kommando das Dorf nicht bei Dunkelheit einnehmen, sondern zog sich ca. 800m in die Talwiesen zurück und nächtige dort in einer Art Wagenburg. In jener Nacht ist dort der französische Legionär Charles Prehm gefallen, außerdem wurden die beiden Volkssturmmänner Walter Läpple aus Ruit und der Scharnhäuser Wilhelm Kaiser mit einer Panzerfaust angetroffen und getötet. Am nächsten Morgen stießen die Truppen auf Ruit vor und schossen zunächst Scheunen in der Scharnhäuser Straße in Brand. Inzwischen waren die Truppen kurz vor jener Panzersperre am Haus Blessing (Kirchheimer Str. 72) angelangt. Karl Wais von der Scharnhäuser Str. 3 langte ebenfalls beim Haus Blessing an und wollte den Elektromeister Eugen Blessing holen, um die brennenden Scheunen von der Stromversorgung abzuklemmen. Die Franzosen fragten den nichtsahnenden Karl Wais, ob deutsche Soldaten im Haus Blessing wären, was er verneinte – er hatte nicht wissen können, dass sich tatsächlich kurzfristig ein deutscher Soldat dort im Keller aufhielt. Standrechtlich wurden daraufhin Karl Wais, Vater Friedrich und Sohn Eugen Blessing erschossen.

Standort einer möglichen Erinnerungstafel: Kirchheimer Str. 72 am Tatort, siehe Bild unten.

 

4. Possibility of an additional board:

In Ruit the shooting of three citizens by the invading French troops could be remembered. The French troops had encountered a tank blockade in the centre of Ruit in the late afternoon of 20.4. Because resistance was to be feared during the invasion, the command did not want to take the village in darkness, but withdrew about 800m into the valley meadows and spent the night there in a kind of wagon fortress. That night the French legionary Charles Prehm was killed there. In addition, the two Volkssturm men Walter Läpple from Ruit and Ernst Kaiser from neighbouring village Scharnhausen were seen with a bazooka and killed. The next morning the troops advanced on Ruit and first of all set fire to barns in Scharnhäuser Strasse. In the meantime the troops had arrived at Haus Blessing (Kirchheimer Str. 72) shortly before that tank blockade. Karl Wais from Scharnhäuser Str. 3 also arrived at Haus Blessing and wanted to call the master electrician Eugen Blessing to disconnect the burning barns from the power supply. The French asked the unsuspecting Karl Wais if there were any German soldiers in Blessing's house, which he denied - he had not been able to know that a German soldier was actually there in the cellar at short notice. Karl Wais, father Friedrich and son Eugen Blessing were then executed by summary judgment.

Location of a possible memorial plaque: Kirchheimer Str. 72 at the scene of the crime, see picture below.

5. Auf dem Ruiter Friedhof könnten die beiden Privatgräber der beiden Blessings sowie das von Karl Wais, die am Soldatendenkmal für die Gefallenen des 1. und 2. Weltkriegs liegen, durch einen künstlerischen Eingriff hervorgehoben und vielleicht verbunden werden. Die beiden Privatgräber, die von der Auflösung bedroht sind, sollten dabei zum Denkmal erklärt und damit erhalten werden, siehe zwei Fotos unten.

Das Grab von Albert Fritz (siehe weiter oben) befindet sich im Soldatendenkmal, dort ist auch der Volkssturmmann Walter Läpple, getötet zwischen Ruit und Scharnhausen in der Nacht auf den 21.4.1945, verzeichnet.

 

5. At Ruit's cemetery, the two private graves of the two Blessings as well as that of Karl Wais, which are located at the soldier monument for the fallen of WW 1 and 2, could be highlighted and perhaps connected by an artistic intervention. The two private graves, which are threatened by dissolution, should be declared a monument and thus preserved, see two photos below.

The grave of Albert Fritz (see further above) is located in the Soldier's Monument, where also the Volkssturmmann Walter Läpple, killed between Ruit and Scharnhausen in the night to April 21, 1945, is listed.

Karl Wais - diese "Bescheinigung zur Erlangung der Fahrpreisermäßigung für Kleingärtner" für das Kalenderjahr 1943 führte er mit sich, als er am 21.4.1945 erschossen wurde.

Karl Wais - he carried this "certificate for obtaining the fare reduction for allotment gardeners" for the calendar year 1943 with him when he was shot on April 21, 1945.

 

6. Möglichkeit einer Tafel:

In Kemnat könnte an den 1992 von Neonazis ermordeten Kosovoalbaner Sadri Berisha (55 Jahre alt) und an den bei gleicher Gelegenheit zum Krüppel geschlagenen siebenfachen Familienvater und Landsmann Sahit Elezaj (46 Jahre alt) erinnert werden. Beide wurden nachts im Schlaf von Neonazis überfallen.

Das Haus Hagäckerstr. 5 in Kemnat - der Tatort - steht allerdings nicht mehr. Fotos unten:

 

6. Possibility of an board:

In Kemnat, the Kosovo Albanian Sadri Berisha (55 years old), who was murdered by neo-Nazis in 1992, and the seven-time family man and compatriot Sahit Elezaj (46 years old), who was crippled on the same occasion, could be remembered. Both were attacked by neo-Nazis while sleeping at night.

The house Hagäckerstr. 5 in Kemnat - the scene of the crime - is no longer standing. Photos below:

Haus Hagäckerstr. 5 in Kemnat, heute Hagäckerstr. 7. Dieses Haus war der Tatort und wurde ca. 1995 abgerissen.

Bildnachweis: Stadtarchiv Ostfildern - danke für die Abbildungsmöglichkeit!

House Hagäckerstr. 5 in Kemnat, today Hagäckerstr. 7 This house was the scene of the crime and was torn down about 1995.

Picture credits: City Archive Ostfildern - thank you for the possibility of reproduction!

Der Tatort heute, Hagäckerstr. 7: Links sieht man noch die Bushaltstelle "Schönbergstraße" an demselben Ort.

The crime scene today, Hagäckerstr. 7: On the left you can still see the bus stop "Schönbergstraße" at the same place.