Suchmaschine, 2015, LED-Suchscheinwerfer, Scanner, Schrittmotoren, Steuerung, Höhe 220cm

Search Engine, 2015 / LED-searchlight, scanner, step motors, logic control, hights 86 ⅝"

 

Die „Suchmaschine“ richtet ihren Scheinwerfer auf eine detektierte Person und folgt ihr, wenn sie sich im Raum bewegt. Nach der Personenerfassung erfolgt ein Ableuchten von unten nach oben und zurück. Der Lichtkegel bleibt so lange auf einen Besucher gerichtet, bis er den Raum verlässt – dann erlischt der Suchscheinwerfer wieder. Kommt eine zweite, dritte etc. Person hinzu, so wechselt der Scheinwerfer nach etwa 15 Sekunden zur zweiten Person und leuchtet diese wie die erste ab, nach weiteren 15 Sekunden wird der dritte Besucher erfasst und ebenso „erleuchtet“ wie die vorhergehenden u.s.w.

 

Eine Suchmaschine sollte dem Erkenntnisgewinn dienen, leider sind die digitalen, offenbar unkontrollierbaren Systeme durch Datensammelwut in Verruf geraten. Als erster Eindruck mag sich daher das Gefühl von „big brother is watching you“, von Orwells „1984“ festsetzen. Durch die Suchmaschine kann gleichzeitig eine Blendung erfolgen, die eine kurze temporäre visuelle Irritation nach sich ziehen kann und auf Erkenntnisgrenzen wie auf Möglichkeiten der Neuorientierung verweist. In der Blendung liegt die Zwiespältigkeit von Erleuchtung wie von Verblendung, in ihr liegt eine Anfrage an sich selbst; sie könnte als Reflexionspunkt, als Aufforderung zur eigenen Ortsbestimmung verstanden werden.

Die Suchmaschine beinhaltet auch ein spielerisches Moment und mag den Betrachter zu experimentellem Handeln herausfordern. 

Auf der Suche sein ist eine grundsätzliche positive und notwendige menschliche Grundeigenschaft. Ohne das Bedürfnis nach Erkenntnisgewinn, ohne Neugier verkümmert der menschliche Geist. Humanismus, Emanzipation und Aufklärung sind mit der Vorstellung von Licht und Erhellung eng verbunden. Hierzu gehört nicht nur die Suche nach Selbsterkenntnis, sondern auch die Suche nach Sinn und Wahrheit.

 

A light beam catches the entering visitor and follows him, enlights him from bottom to top, dazzles him. The viewer might get unsure in his orientation and has to find his way between blindness and enlightenment.

 

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