Kemnater Zwangsarbeiter spielten eine außerordentlich positive Rolle bei der Befreiung Kemnats.

Es gab im Kemnat elf französische Zwangsarbeiter, Foto 1942. Sie waren in einem Lager in der Rosenstraße untergebracht und halfen Kemnater Bauern und Handwerkern.

Wir haben mit Hilfe der intensiven Recherchen von Jan de Mik (jun) aus Holland sowie der Kemnater Zeitzeugin Amale Brodbeck und mittlerweile auch französischen Mithelfern konnten bisher sieben Personen identifiziert werden.

(Foto Courtesy Sammlung Gerd Luiken de Haan) 

 

André Busser * 11.2.1918 - 21.2.2003, 1. v.r. / 1st f.r

Leon Gaillard * 13.4.1909 - 19.12.1982 , 4. v.r. / 4th f.r.

Joseph Gliva * 2.7.1914 - 23.3.1982, 4. v.l. im Hintergrund / 4th f.l.

Henri Hericher * 13.12.1914, 2. v.l / 2nd f.l.

Daniel Hardon * 30.9.1901 - 1982, 2.v.r., 2nd f.r.

Jean Camille Holland * 7.3.1907

Emile Jalby * 9.1.1909 – 8.9.1973, 3. v.r. / 3rd f.r.

Henri Jean Maillot * 23.6.1907 - 6.4.1976, 5.v.l., 5th f.l.

Ernest Mongin *09.01.1909 - 27.3.1995

Louis Noirot * 20.09.1906 - 25.4.1980

Roland Ernest Leon Pâté * 25.9.1912

 

Kemnat's forced labourers played an extraordinarily positive role in the liberation of Kemnat.

There were eleven French forced laborers in Kemnat, photo 1942, who were housed in a camp in Rosenstrasse and helped farmers and craftsmen in Kemnat.

With the help of the intensive research of Jan de Mik (jun) from Holland as well as the contemporary witness Amale Brodbeck from Kemnat and meanwhile also French helpers seven persons could be identified so far.

 

Bei Rolf Bidlingmaier ("Kemnat in der Zeit des Nationalsozialismus", 2000) ist zu lesen, dass die Zwangsarbeiter die ersten französischen Panzer vom Ortseingang (aus Richtung Körschtal) bis zum Rathaus begleiteten. Laut Zeuge Eberhard Figel sind sie den französischen Truppen möglicherweise mit weißen Fahnen entgegengegangen.

In den Folgetagen der Hausdurchsuchungen und vereinzelten Plünderungen spielten sie eine ausgesprochen mäßigende Rolle und konnten teilweise die entwendeten oder konfiszierten Waren ihren deutschen Besitzern zurückgeben.

 

In Rolf Bidlingmaier ('Kemnat in the time of National Socialism', 2000) can be read that the forced labourers accompanied the first French tanks from the entrance of the village (from the direction of Körschtal) to the town hall. According to witness Eberhard Figel, they may have approached the French troops with white flags.

In the days of house searches and occasional looting following the liberation, they played a decidedly moderating role and were able to return some of the stolen or confiscated goods to their German owners.

(Foto Courtesy Sammlung Gerd Luiken de Haan) 

sitzend 1. v.l.: Emile Jalby       (sitting, 1st f.l.)

stehend 1. v.l.: André Busser  (standing, 1st f.l.)

sitzend 2. v.l.: Daniel Hardon  (sitting, 2nd f.l.)

sitzend Mitte: Leon Gaillard    (sitting, centre)

stehend 3. v.r.: Joseph Gliva   (standing, 3rd f.r.)

stehend 2. v.l.: Henri Jean Maillot (standing, 2.nd f.l.)

stehend 3.v.l.: Henri Hericher (standing, 3rd f.l.)

Ort des Barackenlagers der französischen Kriegsgefangenen in der Rosenstr. 29 in Kemnat heute: ein Leergrundstück, nur bebaut mit einer Werkstatt hinten, die im historischen Foto weiter unter bereits vorhanden war, siehe auch Plan Nr. 12.

Hier übernachteten die französischen Zwangsarbeiter gemeinsam. Die beiden obigen Gruppenfotos der elf Franzosen könnten hier entstanden sein. Die Zusammenarbeit und das Zusammenleben mit ihren "Arbeitgebern", diese ganz überwiegende "Menschlichkeit" ist ein Lichtblick in der düstern Zeit des 3. Reiches. 

 

Location of the barracks camp of the French prisoners of war in Rosenstr. 29 in Kemnat today: an empty property, only built on with a workshop in the back, which was already there on historical photo below - see also map No 12.

Here the French forced labourers spent the night together. The two group photos of the eleven Frenchmen above could have been taken here. The cooperation and living together with their "employers", this very predominant "humanity" is a ray of hope in the dark time of the 3rd Reich.

Am Werkstattgebäude Rosenstr. 29 weht seit 21.4.2020 die weiße Fahne (für das Projekt "Weiße Flagge zeigen" bis 8. Mai 2020).

Im Vordergrund Anna Gehrung, geb. Dipper, vermutlich 1920er Jahre, Bildquelle: Petra Gehrung

Anfangs war der Feldschütz Friedrich Ringwald für die Bewachung der Kriegsgefangenen und Fremdarbeiter zuständig (Bidlingmaier, a.a.O., S.60).

Friedrich Ringwald war der Vater von Anna Gehrung. Anna Gehrung und nun Petra Gehrung besitzt zwei Postkarten, die an Henri Hericher geschrieben wurden. Vielleicht kannte sie Henri durch seine Tätigkeit.

Anna Gehrung hatte während des Krieges auf den Feldern mitgearbeitet, vermutlich auch gemeinsam mit Zwangsarbeitern (Quelle Petra Gehrung).

Rosenstr. 29, vermutlich 1980er Jahre, Bildquelle Petra Gehrung

Die Zwangsarbeiter haben im Gebäude hinter diesem Haus geschlafen, siehe Plan unten Nr. 12.

Das Gebäude rechts am Bildrand war immer Werkstatt (Steinschleiferei). Hinten sichtbar das heute noch vorhandene Werkstattgebäude.

Lageplan von Haus und Gebäude dahinter aus dem Jahr 1894, die Rosenstr. hieß damals "Hinter Gässle"

 

Eine angestrebte zukünftige Station eines Ostfilderner Geschichtspfades mit Erinnerungs- und Infotafeln könnte sich am unteren Ortseingang von Kemnat befinden oder in der Rosenstr. 29, dem Wohn- und Schlafort der französischen Kriegsgefangenen (siehe auf Plan Nr. 12).

Im Rahmen eines "Geschichtspfades Ostfildern" könnte in der Nähe der Buswendeschleife am Ortsausgang Kemnats eine Tafel entstehen, die an diese Ereignisse und an die positive Rolle, die die französischen Zwangsarbeiter resp. Kriegsgefangenen bei der Einnahme von Kemnat gespielt haben, erinnern.

Ebenso könnte an dieser Stelle der Beseitigung der vom Volkssturm errichteten Panzersperre vor Eintreffen der franz. Truppen gedacht werden - eine weitere wichtige Voraussetzung für die friedliche Einnahme des Dorfes.

 

As part of an "Ostfildern History Trail", a plaque could be erected near the bus turning loop at the end of Kemnat, commemorating these events and the positive role played by French forced labourers or prisoners of war in the capture of Kemnat. An alternative location could be Rosenstr. 29, the living and sleeping quarters of the French prisoners of war (see map no. 12).

The removal of the tank barrier built by the Volkssturm before the arrival of the French forces could also be commemorated at this turning loop at the end of Kemnat. This is another important prerequisite for the peaceful capture of the village.

Arbeitsorte und Wohnort der französischen Zwangsarbeiter in Kemnat, sowei00t bekannt.

1.   André Busser              Th. Schmohl Bauernhof, Stuttgarter Str. 9

2.   Leon Gaillard              2A zuerst Bauernhaus Schul-Kaiser, Birkacher Str. 6

                                         2B danach Bauernhaus Gustav Huober, Plieninger Str. 7

3.   Joseph Gliva               Landwirt Wilhelm Hermann, Friedrichstr. 3

4.   Henri Hericher            Gottlob Mack, Küferei u. Landwirtschaft, Karlstr. 5

5.   Daniel Hardon            

6.   Jean Camille Holland  Zimmerei Gehrung, Friedrichstr. 12

7.   Emile Jalby                 Karl Gehrung, Hohenheimer Str. 28

8.   Henri Jean Maillot

9.   Ernest Mongin            Fa. Lechler Stammheim, Gasth. z. Engel ??

10. Louis Noirot                Richhard Strobel, Stuttgarter Str. 10

11. Roland Pate

12. Wohnort der franz. Zwangsarbeiter: Baracke in der Rosenstr. 29

13. Panzersperre am Kriegsende, die zum Glück vor dem Einmarsch geöffnet wurde. Vermutlich der Bereich, in dem die Zwangsarbeiter oder auch nur Leon mit einer kleinen Gruppe die franz. Soldaten in Empfang nahm. Beim Haus 10. bzw. ab der scharfen Kurve (damals Plieninger Str., heute Reutlinger Str.) wurde Leon auf dem ersten Panzer sitzend gesehen, mit den Armen winkend. Beim Rathaus erfolgte die Übergabe des Dorfes. Wie genau die Begegnung von Leon mit den französischen Truppen stattgefunden hat, ist unbekannt. Ohne weiße Fahne war das lebensgefährlich, das wusste auch der frühere Soldat Leon. Vielleicht hat er auch nur sein Stofftaschentuch geschwenkt, falls er eines hatte.

Infotafel zur wichtigen Rolle der franz Zwangsarbeiter bei der friedlichen Übergabe Kemnats an die französischen Truppen.

Angebracht am 21.4.2020 an der symbolischen Panzersperre am unteren Ortseingang, siehe

"Panzersperre und Frauen Kemnat" 

Bauernhaus Theodor Schmohl, Stuttgarter Str. 9 (Foto Courtesy Sammlung Gerd Luiken de Haan).

Stuttgarter Str. 9 heute

Schul-Maier, Birkacher Str. 6, erster Arbeitsort von Leon - Bauernhof mit Pferden, siehe Karte oben Nr. 2A (Foto Courtesy Sammlung Gerd Luiken de Haan).

Bauernhaus Gustav Huober, Plieninger Str. 7, heute - zweiter Arbeitsort von Leon, siehe Karte oben Nr. 2B.

Ein wohlhabender Bauer mit Pferden, auf die sich Leon verstand. Hier wurde manchmal Leon mit der kleinen Tochter des Hauses gesehen, wie er sie auf dem Arm hielt und das Mädchen "Leole, Leole" rief, denn Leon wurde überall Leo genannt. Die beiden haben sich gut verstanden.

Léon Valentin GAILLARD

geboren 13-04-1909 in Vignérias CHARRAS (Charente)

gestorben 19-12-1982 in CHARRAS (Charente)

Heirat 29-04-1933 in CHARRAS (Charente)

Ehefrau Marie SALAT, geboren 28-09-1911 in Pouffonds BEAUSSAC (Dordogne) gestorben 1979

Sohn Pierre Claude GAILLARD geboren 18-01-1935 in Mongélias CHARRAS (Charente)

gestorben 27-06-2017 in LA ROCHEFOUCAULD (Charente)

Heirat 23-08-1955 in CHARRAS (Charente)

Ehefrau Eugénie BERTHOMÉ geboren 17-03-1940 in OLONNES SUR MER (Vendée)

gestorben 14-02-2020 bei Tourneau in CHARRAS (Charente)

Enkel Gilles GAILLARD geboren 19-07-1959 in CHARRAS (Charente)

Heirat in MAREUIL SUR BELLE (Dordogne) mit Frau Maryse SOUMAGNAC

Hochzeitsfoto von Leon, Heirat am 29. April 1933 in CHARRAS (Charente), Südfrankreich.

Joseph Gliva als junger Mann, rechts

Gezeichnet von seinem Sohn Jean Claude Gliva

 

Joseph Gliva, * 2.7.1913 - 23.3.1982, geboren in Polen, Vater Adam Gliwa (durch Schreibfehler wurde Gliva daraus), gest. in Bar sur Aube.

Als Josef ungefähr 8 Jahre alt war (1922), ist er mit Mutter und Bruder nach Frankreich gekommen. Er wohnte immer in Bar-sur-Aube (in der Nähe von Clairvaux), Heirat 1948 mit Germaine Godin (geb. 23.3.1912 - 11.7.2008).

 

Dann ist Josephs Vater verstorben und die Mutter heiratete einen anderen Mann, der aber kein Freund Josefs wurde.

Die Mutter ging zurück nach Polen, aber Josef blieb in Frankreich, weil er Probleme hatte mit dem neuen Mann seiner Mutter.

Er hat seine Mutter niemals mehr gesehen……

Als er einen Brief bekam, in dem mitgeteilt wurde, dass seine Mutter verstorben ist, hat er erstmals geweint, was sein Sohn Jean Claude niemals zuvor beobachtet hatte.

Sein Sohn Jean Claude (geb. 1947) wohnt in Clairvaux, Champagne-Ardenne, er ist in Kontakt mit dem Rechercheur Jan de Mik (jun) Sohn des gleichnamigen holländischen Zwangsarbeiters in Ruit.

Er schreibt an Jan am 25.4.2020:

 

"... MEIN VATER WAR EIN VERSCHWIEGENER [oder VERSCHLOSSENER; K.I.] MANN, ICH BEGLEITETE IHN VON MEINER KINDHEIT BIS ZU SEINEM VERSCHWINDEN EIFRIG, WIR TEILTEN DIE GLEICHEN VERGNÜGUNGEN, FISCHFANG, JAGD, WALD, GARTEN. ER WAR EIN EINFACHER MANN, DER EINE UNGEWÖHNLICHE FÄHIGKEIT ZUR ANALYSE SEINER GESPRÄCHSPARTNER HATTE. ICH GLAUBE, DASS IN IHM EINE TIEFE WUNDE GEBLIEBEN IST, ER HAT SEINE FAMILIE NIE WIEDER GESEHEN..."

Joseph Gliva und seine Frau Germaine, um 1960

Das Anwesen von Landwirt Wilhelm Hermann, Friedrichstr. 3 (v.a. Schafe, aber auch Kühe), hier war Josef Gliva tätig - siehe Karte oben Nr. 3 (Foto Courtesy Sammlung Gerd Luiken de Haan).

Der Sohn Berthold Hermann (geb. 1930) meinte, Josef sei ein sehr guter Mann gewesen, er als Bub hätte ihn jeden Abend ins Lager gebracht und morgens wieder abgeholt.

Das Anwesen von Landwirt Hermann, Friedrichstr. 3, hier war Josef Gliva tätig - siehe Karte oben Nr. 3. (Foto Courtesy Sammlung Gerd Luiken de Haan).

Ansicht Friedrichstr 3 heute. Der Verteilerkasten (links neben dem Mann) ist noch derselbe wie bei den beiden Fotos darüber.

17 November 1944

Lieber Onkel,

Ich antworte auf deine Karte mit dem Datum 13.08.1944 die uns sehr gefreut hat weil wir jetzt wissen dass du bei guter Gesundheit bist, genauso wie ich

Ich weiß sicher dass du zurückkommst, dann kannst du dem Daniel Tabak geben denn er raucht.

Ich weiß eigentlich nicht, was ich noch mehr erzählen soll, ich gebe dir einen dicken Kuss

Denise

[Danke, Jan de Mik, für die Übersetzung! War nicht so ganz einfach, weil sie "mois" statt "moi" und "ses" statt "sais" schreibt.

Gestempelt am 29.11.1944 in St Romain de Colbosc]

Lieber Onkel,

Großmutter hat uns eine Karte gegeben und ich habe es eilig dir zu antworten weil ich denke dass es dich sehr freuen wird.

Ich schlafe bei Oma und wir denken oft an dich. Ich gebe dir einen dicken Kuss,

 

Oma und Mauricette

[Danke, Jan de Mik, für die Übersetzung! Gestempelt am 29.11.1944 in St Romain de Colbosc]

Information zur Herkunft von Henri Hericher aus der Normandie in Frankreich und seiner Arbeitsstelle in Kemnat.

Karlstr. 5 - die Küferei und Landwirtschaft von Gottlob Mack ist nicht wiederzuerkennen. Diese war der Arbeitsort von Henri Hericher.   

Daniel Hardon war Bauer und ab 1921 in der Armee, vermutlich weil er eingezogen wurde. Foto vermutlich erste Hälfte der 1920er Jahre, entsprechend dem Foto darunter.

Daniel Hardon rechts vorn.

Daniel Hardon 1. links oben.

Daniel Hardon links

Dieses Foto hat er offensichtlich aus Kemnat heimgeschickt!

Daniel Hardon vorn ganz rechts.

Daniel Hardon 4. v.r. stehend mit Baskenmütze.

Zimmerei Gehrung, damals Friedrichstr. 12. Hinter dem Wohnhaus befand sich die eigentliche Zimmerei in der Reyheerstr., früher Lindenstr - dem Arbeitsort von Jean Camille Holland. Das Wohnhaus hat sich nicht groß verändert.

Siehe Webseite der Zimmerei Gehrung https://www.zimmerei-gehrung.de/home/index

1893 erfolgt die Firmengründung durch Friedrich Gehrung.

Der Standort der damaligen Firma befand sich in der Lindenstraße, der heutigen Reyherstraße im Zentrum von Kemnat.

Der Zimmerplatz war ohne Halle und transportiert wurde das Material mit dem Handkarren.

Mithilfe bekam man von den Bauern aus dem Dorf, die sich etwas dazu verdienen wollten.Gezimmert wurden Wohnhäuser, aber auch beispielsweise die Dachstühle der Kirchen in Plieningen, Leinfelden und Uhlbach.

Die Zimmerertradition in der Familie geht bis in das 18. Jahrhundert zurück, der 1792 geborene Jakob Gehrung ist im Stammbuch bereits als Zimmermann zu finden. 

1930 übernimmt der Sohn Karl Gehrung die Zimmerei und führt diese in der 2. Generation weiter.

Karl Gehrung war der Chef von "Camille", wie er in der Familie genannt wird.

Rolf Gehrung, der heutige Senior (geb. 1949), erinnert sich noch gut an Nachkriegsbesuche von "Camille" - es bestand offensichtlich ein gutes Verhältnis, denn er kam den Großvater Karl immer wieder besuchen, bis dieser starb.

1954 übernimmt Sohn Manfred Gehrung die Geschäftsführung. Es folgt die Aussiedlung in das Gewerbegebiet von Kemnat. Nach und nach entsteht das Betriebsgelände mit Abbundhalle und Werkstatt in der Zeppelinstrasse 20.

Emile Urbain Jalby als junger Mann.

Der französische Zwangsarbeiter bzw. Kriegsgefangene Emile Urbain Jalby war tätig bei Karl Gehrung, Hohenheimer Str. 28,

siehe oben 7. auf Karte.

Emile Jalby war Bauer, seine Eltern hatten einen kleinen Bauernhof, 30 km entfernt von Albi (6 km entfernt von St. André, Tarn). Seine Schwester hatte eine Blumengärtnerei im département L’Hérault.

"Er hieß bei uns einfach 'Emil' und hot gschaffd wia a Bronnabudzer"(wörtlich: er hat gearbeitet wie ein Brunnenputzer), d.h. es war ein sehr guter Arbeiter, meint Sohn Rolf Gehrung.

Aber war nicht nur ein Schaffer, sondern auch Freund des Vaters, sie sind sehr gut ausgekommen mit ihm.

'Emil' hat dem Buben Rolf einmal eine französische Sense gemacht, die ist anders als die deutsche Sense mit langem Griff, nur etwa halb so hoch.

Einmal waren sie mit einer ganzen Gruppe Franzosen im Wald von Vaihingen oder Möhringen und haben dort hart gearbeitet. Rückfahrt mit Straßenbahn bis Hohenheim, weil alle müde von der Arbeit waren. Karl Gehrung bekam deshalb Probleme, weil die „Fremdarbeiter“ eigentlich nicht mit der Straßenbahn fahren durften, zumindest nicht im Inneren und auf den Sitzplätzen! Außen im balkonartigen Freien beim Einstieg wäre es notfalls gegangen. "Aber sie waren müde vom Arbeiten und es war leer", berichtet Rolf Gehrung.

Karl Gehrung hatte einen Traktor, was selten war, und deutsche Soldaten haben ihn und den Traktor 1-2 Tage vor Kriegsende mitgenommen bis Biberach (vermutlich Rückzug), die hätten ihn erschossen, wenn er nicht mitgegangen wäre.

Bei Kriegsende war sein Vater also nicht daheim, aber „Emil“ war da und „hod da Schnabs vorschoba“, d.h. er hat den Schnaps versteckt!

Die letzte Kellerstufe konnte man öffnen, dorthin hat er den Schnaps verschwinden lassen, damit ihn die Marokkaner nicht bekommen…

Den Traktor bekam Karl Gehrung Monate später zurück, allerdings fehlte etliches Zubehör daran.

Quelle Rolf Gehrung, JG 1937

Hohenheimer Str. 28, der frühere Arbeitsort von Emile Jalby auf dem Bauernhof von Karl Gehrung (von Süden).

Siehe Karte oben Nr. 7.

Hohenheimer Str. 28 von Norden.

Linke Gruppe Mitte: Karl Gehrung und seine Frau mit den beiden ersten Kindern. Rolf ist noch nicht geboren.

Hohenheimer Str. 28, der frühere Arbeitsort von Emile Jalby auf dem Bauernhof von Karl Gehrung (von Süden aus). Dieser wurde zum heutigen Wohnhaus umgebaut. Siehe Karte oben Nr. 7.

Hohenheimer Str. 28, der frühere Arbeitsort von Emile Jalby bei Karl Gehrung (von Norden).

Der Wohnort von Emile Jalby in Saint André im département de Tarn, Frankreich, siehe auch

https://de.wikipedia.org/wiki/Saint-Andr%C3%A9_(Tarn)

Henri Jean Maillot, * 23.Juni 1907 in Cubry-lès-Faverney, 70190, Haute Saône, Franche-Comté, France, gest. 6.4.1976. 

Von der Tochter von Henri Jean Maillot, Frau Maillot, erhielt Jan de Mik diese Fotos ihres Vaters. Allerdings erkennt sie ihren Vater auf der genannten beiden Gruppenfotos ganz oben nicht.

Henri Maillot ganz links.

Die Fotos in Kemnat zeigen einen sehr mageren Henri Maillot - leider wissen wir nichts über sein Arbeitsverhältniss. Ob es schwierig oder problematisch war?

Henri Maillot wurde von dem Kemnater Bauer und seiner Tochter in Frankreich besucht!

Aber: Wo hat Maillot gearbeitet?

Maillot mit Frau und Tochter.

Bisher ist nur diese ITS-Karteikarte von Ernest Mongin bekannt, die evtl. einen falschen Ernest Mongin beschreibt, der bei der Fa. Lechler in Stgt-Stammheim gearbeitet hat. Wenn er im Gasthof zum Engel gewohnt hat, konnte er nicht in Kemnat gewohnt haben.

Oder aber, Ernest Mongin hat evtl. nur kurz in Kemnat gearbeitet und ist möglicherweise auf den beiden Gruppenbildern der franz. Kriegsgefangenen in Kemnat gar nicht abgebildet, weil er zum Zeitpunkt der Aufnahmen nicht mehr in Kemnat war (sondern eben in Stammheim bei der Fa. Lechler, wohnhaft dann im Gasthof zum Engel)?  

Leider wissen wir noch nicht viel von Louis Noriot - auch nicht, was er wann für einen Unfall hatte.

Haus Richhard Strobel, Stuttgarter Str. 10

Laut ITS-Kartei (International Traciing Service / Arolsen) hat Louis Noriot von Juli 1940 - 7. Mai 1945 dort gearbeitet

(Foto Courtesy Sammlung Gerd Luiken de Haan).

Haus Richhard Strobel, Stuttgarter Str. 10

Stuttgarter Str. 10 heute, früherer Arbeitsort von Louis Noirot.

Bisher einzige Erkenntnis: diese dürre ITS-Karteikarte. Am 18.6.2020 neue Erkenntnisse:

Roland Ernest Leon Pâté ist sein voller Name, geboren in Cernion (in der Nähe von Belgien), einem Dorf mit 60 Einwohnern und einem Bürgermeister. Sein Vater war auch Bürgermeister dort.